Schottland

Was Sie schon immer über Schottland wissen wollten ?

 

Stichworte: geizige Schotten, karge Landschaft, Golf, Ceilidh,Karte Schottland

Whisky, Highland Games, Dudelsack, Schottenrock, …

 

Nicht der angebliche Geiz, sondern eine unglaublich liebenswerte

Gastfreundlichkeit zeichnet die von jeher aufgrund ihrer Armut überaus

sparsamen Durschnitts-Schotten aus. Die heute als so großartig

empfundene einsame, karge und überwiegend kahle Landschaft resultiert

nicht nur in dem Kahlschlag der einst üppigen Urwälder über viele

Jahrhunderte für die Schiffsbauindustrie der Engländer, sondern

auch seit Beginn des 19. Jahrhunderts in der Verödung durch

intensive Schafhaltung sowie Kahlfraß durch Rotwild, gestützt

von verschärften Jagdgesetzen im Interesse des Jagdtourismus.

 

Eine Besonderheit sind neben den vielen kleinen und großen Seen, den Lochs, Schottlands 277 sogenannte „Munros“, über 3.000 Fuß, das sind 914 m ü. N.N. hohe Berge, benannt nach Sir Hugh T. Munro, der als Erster alle zählte und kartierte. 1890 glaubte man noch, es seien nur 30 Stück! Einer der vielleicht ehrgeizigsten Volkssports nach dem Golfen ist das sogenannte „Munro – sammeln“ (d. h. möglichst viele besteigen) oder das „Munro – knacken“ (d. h. alle zu besteigen). Der Rekord lag 1988 bei 66 Tagen für alle 277 Berge.

 

Schottland besitzt über 450 Golfplätze. Die früheste namentliche Erwähnung in der Literatur besteht aus einemVerbot King James’ II. 1457, der stattdessen seine Landsleute zum militärischen Sport des Bogenschießens bekehren wollte. Zuvor war Golfen eine beliebte Freizeitbeschäftigung der schottischen Bürger, die einen Ball mittels eines Schlägers am Strand entlang trieben, um mit möglichst wenig Schlägen ein vorher bestimmtes Loch zu treffen. 1744 beschlossen die Gentlemen von Edinburgh, alljährlich ein Golfturnier auszurichten und schrieben dafür präzise Regeln nieder.

 

Seit es Menschen in Schottland gibt, gibt es gesellschaftliche Zusammenkünfte um zu feiern, mit Speisen, Getränken (auch das berühmte „Lebenswasser“ darf nicht fehlen), Musik, Geschichten und Tanz. Sie heißen Ceilidhs. Was die Musik betrifft sei als berühmtestes Fest das Folk-Festival im Mai und Juni auf den Shetland Inseln erwähnenswert. Die zweitgrößte Ceilidh ist der Geburtstag des schottischen Nationaldichters Robert Burns am 25. Januar, traditionell zelebriert mit Rezitationen, Liedern, Whisky und dem Nationalgericht: „Haggis, Neeps and Tatties“, einer Art Wurst aus Schafsinnereien und Hafer- flocken mit Steckrübengemüse und Kartoffeln. Die wichtigste schottische Ceilidh ist aber zweifellos das Neujahrsfest „Hogmanay“. Nach dem traditionellen Glockenläuten um Mitternacht beginnt das „footing“ – jeder versucht als Erster die Türschwelle des Nachbarn zu überschreiten, bewaffnet mit einem Stück Schwarzbrot und einem Stück Kohle als Glücksbringer, auf das im neuen Jahr Nahrung und wärmendes Feuer nie zur Neige gehen möge!

 

Diese Festlichkeiten dauern, wiederum begleitet von reichlich Whisky, meist 3 Tage oder länger, ganz im Gegensatz zu Ostern oder Weihnachten, die in Schottland kaum Bedeutung haben.

 

Was den Whisky betrifft (Whisky kommt von dem gälischen Wort „Uisge“ = Wasser), das Lebenswasser der Schotten, neben Erdöl das größte und wohl bekannteste Exportgut Schottlands, das ist ein so komplexes Kapitel, dass es den Rahmen dieser Zusammenfassung hoffnungslos sprengen würde, und somit genügend Stoff für einen eigenen Vortrag zu gegebenem Anlass darstellt.

 

Eine ganz besondere Form der Cilidhs sind die Highland Games. Die 1. Games wurde angeblich im 11. Jahrhundert von King Malcolm III. Canmore veranstaltet. Er befahl den Clans (Mitgliedern der verschiedenen Großfamilien) zu einem Wettkampf anzutreten, um die besten Kämpfer für sein Heer rekrutieren zu können. Die Games in ihrer heutigen Form existieren seit dem 19. Jahrhundert. Die traditionellen Disziplinen sind das Baumstammwerfen (Caber tossing, 5,8 m lang, 25 cm Durchmesser, 54 kg), das Hammerwerfen (Heavy Hammer, 10 kg), Ringkampf (nach absolut undurchschaubaren Regeln), sowie Tänze und Dudelsackmusik. Die bekanntesten und wichtigsten Games finden jeden September in Baemar nahe Schloß Balmoral, der schottischen Sommerresidenz des britischen Königshauses statt.

 

Schottland in Zahlen

Schottland ist Landesteil des vereinigten Königreiches Großbritannien (parlamentarische Monarchie) mit beschränkter Selbstverwaltung.

 

Amtssprache

Englisch (ca. 16% gälisch vor allem auf den Hebriden)

Staatskirche

Church of Scotland (Protestantisch) – presbyterianisch

Hauptstadt

Edinburgh (ca. eine halbe Million Einwohner)

Weitere größere Städte

Glasgow

1960 ca. 1 Million Einwohner, bedingt durch seine Industrie mit Ihren Gastarbeitern, heute eingependelt auf etwa 700.000 Einwohner

Aberdeen

über 205.000 Einwohner

Fläche

78.789 km²

davon Festland mit Seen

77.097 km²

Binnengewässer

1.692 km²

Waldanteil

11 %

höchster Berg

Ben Nevis (1.343 m über N.N.)

höchster Wasserfall

Eas a´ Chual Aluinn (200 m Gefälle)

größter See

Loch Lomond (85 km²)

tiefster See

Loch Ness (230 m)

Bevölkerung

über 5 Millionen Einwohner, davon auf den Inseln 1,5 %

Mittlere Bevölkerungsdichte

65 Einwohner auf 1 qkm

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